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Über das Netzwerk

Ziel des von der DFG geförderten Wissenschaftlichen Netzwerks ist es, die vielschichtigen Formen der Mobilität religiöser Objekte in der Frühen Neuzeit zu untersuchen. Mobilität wird dabei in einem weiten Sinne als geographische Bewegung zwischen Regionen und Kontinenten, zwischen verschiedenen sozialen und ethnischen Gruppen und damit zwischen verschiedenen religiösen und konfessionellen Gemeinschaften, aber auch zwischen den Sphären des Profanen und des Sakralen verstanden. Indem wir uns auf die Mobilität und Fluidität religiöser Objekte innerhalb vergangener Kulturen und Gesellschaften konzentrieren, wollen wir das Potenzial innovativer methodischer Ansätze ausloten, die die Religionsgeschichte, die Geschichte der Migration und Mobilität, die Kunstgeschichte und die Materielle Kultur miteinander verbinden. Das Kerninteresse des Netzwerks besteht darin, zu verstehen, wie die Mobilität von Objekten zu einem Wandel von Religion in der Frühen Neuzeit beigetragen hat.

Diese Leitfrage des Netzwerkes wird in vier thematischen Schwerpunkten untersucht und inhaltlich weiter ausdifferenziert. Thema des ersten Workshops wird die Frage nach der Auswirkung von Reformation und Gegenreformation auf die religiöse materielle Kultur sein. Auf dem zweiten Arbeitstreffen wird die handwerkliche Verarbeitung von Rohstoffen zu religiösen Objekten untersucht und der Frage nachgegangen, wie bestimmte Materialien und Gestaltungsarten mit religiösen Inhalten verbunden wurden. Der dritte Workshop widmet sich der Frage, wie die geographische Mobilität von Objekten auf regionaler und globaler Ebene zu einem Wandel religiöser Praktiken beitrug. Ein letzter Schwerpunkt liegt auf den Praktiken des Sammelns, Ausstellens und Wahrnehmens religiöser Objekte in frühneuzeitlichen Sammlungen und der Frage, wie fremde und eigene religiöse Vorstellungen in Kunstkammern repräsentiert und wahrgenommen wurden.

Das Wissenschaftliche Netzwerk verfolgt fünf zentrale Ziele. Es will 1. ein Forum für die Diskussion von Methoden und Konzepten bieten und die Theoriebildung vorantreiben, 2. die Verbindung zwischen akademischer Forschung und Museumsarbeit durch die gemeinsame Untersuchung von Objekten stärken, 3. die deutsche Wissenschaft enger mit der internationalen Forschung verknüpfen, 4. die Sichtbarkeit des Forschungsfeldes erhöhen und sein Potenzial für die historisch arbeitenden Kulturwissenschaften aufzeigen, 5. das Projekt durch eine Buchpublikation erfolgreich abschließen.

Während der Gesamtlaufzeit von 36 Monaten werden fünf Workshops und ein Symposium im Abstand von sechs Monaten stattfinden. Die Workshops konzentrieren sich auf die oben genannten Themen und Fragestellungen, während das Symposium die Ergebnisse der Workshops diskutiert und einem internationalen Fachpublikum vorstellt. Das letzte Arbeitstreffen dient hauptsächlich der abschließenden Diskussion der vorliegenden Texte und soll die Kapitel für die Veröffentlichung des Buches vorbereiten.

English version

About the network

The network aims to investigate the multi-layered forms of mobility of religious objects in the early modern era. Mobility is understood in a broad sense as a geographical movement between regions and continents, between different social and ethnic groups and thus between various religious and confessional communities, but also between the spheres of the profane and the sacred. By focusing on the mobility and fluidity of religious objects within past cultures and societies, we want to explore the potential of innovative methodological approaches that combine the history of religion, the history of migration and mobility, the history of art, and material culture studies. The core interest of the network is to understand how the mobility of objects contributed to a change of religion in the early modern world.

This central question of the network will be examined in four thematic focal points and further differentiated in terms of content. The first workshop will focus on the impact of the Reformation and Counter-Reformation on religious material culture. The second workshop will analyse the handcrafted processing of raw materials into religious objects and examine the question of how certain materials and types of design were associated with religious beliefs. The third workshop will be dedicated to the question of how the geographical mobility of objects on a regional and global level contributed to a change in religious practices. A final focus will be on the practices of collecting, exhibiting and perceiving religious objects in early modern collections and the question of how foreign and own religious ideas were represented and perceived in early modern collections and Kunstkammern.

The academic network pursues five central goals. It aims to 1. provide a forum for the discussion of methods and concepts and promote the development of theory, 2. strengthen the connection between academic research and museum work through the joint examination of objects, 3. link German scholarship more closely with international research, 4. increase the visibility of the field of research and demonstrate its potential for cultural studies, 5. successfully conclude the project with a book publication.

Five workshops and a symposium will be held every six months over the course of the 36-month programme. The workshops will focus on the above-mentioned topics and issues, while the symposium will discuss the results of the workshops and present them to an international audience of experts. The final working meeting will mainly serve to finalise the discussion of the existing texts and prepare the chapters for publication.